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Konkurrenzlose Globalisierung

Geschrieben am 31.05.2007 in Kategorie: Sonstige Meldungen

14 Raumfahrtagenturen stellen das Rahmenwerk einer gemeinsamen Strategie vor.

Zeitgleich am 31. Mai 2007 stellen die 14 bedeutendsten Raumfahrtagenturen der Welt der Öffentlichkeit unter der Bezeichnung "Global Exploration Strategy - The Framework for Coordination (GES)" Grundzüge einer gemeinsamen Raumfahrtstrategie vor, die für Wissenschaft, Technologie und für die Raumfahrt selbst revolutionäre Neuerungen enthalten wird. Die Raumfahrtagenturen werden ein gemeinsames Verständnis über die Ziele der Exploration des Sonnensystems entwickeln; neu ist auch, dass sie dafür untereinander kontinuierlich Informationen austauschen und Kooperationsmöglichkeiten anstoßen wollen. Mit einem Wort: konkurrenzlose Globalisierung bei der Exploration des Sonnensystems.

Noch nie hat es in der Geschichte der Raumfahrt etwas Vergleichbares gegeben, sagte Professor Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), bei der Vorstellung der GES. Ich sehe den Wert dieses Prozesses insbesondere darin, dass nationale Explorationsstrategien weltweit abgestimmt werden und hierbei das wissenschaftliche Interesse im Vordergrund steht. Gemeinsam abgestimmtes Handeln eröffnet dem Menschen herausragende Zukunftsmöglichkeiten auf bedeutenden Feldern.

Fragen nach dem Woher und Wohin des Menschen, nach der Verortung des Menschen im Universum und nach dessen Schicksal können nicht nur Nationen enger zusammenbringen, sie eröffnen auch den Weg zu neuer Erkenntnis, inspirieren die Jugend, stimulieren technische und wirtschaftliche Innovationen auf der Erde. Nach Auffassung der an der GES beteiligten Raumfahrtnationen bildet die neue "Global Exploration Strategy" einen Schlüssel dafür, solche Nutzen zu erbringen.

Klar ist: Nachhaltige Exploration des Alls würde eine einzige Nation überfordern. Deshalb haben sich 2006 (bisher) 14 Raumfahrtagenturen zusammengefunden, um für diese Exploration eine gemeinsames, abgestimmtes Rahmenwerk zu entwickeln, was nun vorliegt. Darin enthalten sind unter anderem Visionen für Robotik und für bemannte Missionen, ein Aktionsplan, wie die national eigenen Raumfahrtstrategien bestmöglich untereinander genutzt werden können und gleichzeitig jede für sich ihre eigenen Ziele effektiver und Ressourcen schonender verfolgen können kann. Es ist ein großer Vorteil der Global Exploration Strategie, sagte Wörner weiter, dass wir uns durchgehend informieren und abstimmen, aber einzeln nicht gebunden sind. Diese Vorgehensweise entspricht wissenschaftlichem Denken, nutzt hier aber dem viel weiteren Feld der gesamten Exploration.

Dabei werden Wissenschaft und Technologie die Motoren sein, mit deren Hilfe einzelne Nationen mehr und mehr ihren Platz und ihre Bedeutung im globalen Wettbewerb positionieren können. Die Zahl der an der Exploration des Alls beteiligten Raumfahrtagenturen wächst entsprechend stetig.

Nächstes und erstes Ziel der von den 14 Raumfahrtagenturen angestrebten Himmelskörper ist der Mond, dem höchste wissenschaftliche Signifikanz zugemessen wird. Der Erdbegleiter wird ebenso als Basis für Studien über die Erde wie über das Gesamtuniversum angesehen; gleichzeitig können Mondmissionen dem Menschen und seiner Technologie für die Erforschung und Entwicklung von Missionen über ihn hinaus genutzt werden. Die "Partnerschaft" von Mensch und Robotik gilt dabei als essentiell.

Diese Ziele werden von den Partnern immer unter dem Aspekt gesehen, dass eine globale Explorations-Strategie signifikante soziale, intellektuelle und wirtschaftliche Nutzanwendung für den Menschen und die Erde mit sich bringen muss. Wer unwirtliche Regionen in den Fernen des Alls zu verstehen lernt, lernt auch die Erde zu verstehen, wer dafür Hochtechnologien entwickelt und einsetzt, wird sie auch für eine sich nachhaltig und schonend entwickelnde Gesellschaft einsetzten, sagte der Vorstandsvorsitzende des DLR. Dabei wies er zudem darauf hin, dass die Exploration des Alls ebenfalls herausragende unternehmerische Möglichkeiten bietet.

Diese neue Ära in der Raumfahrt werde internationale Partnerschaften durch Teilhabe und die Verfolgung friedlicher Ziele stärken und insbesondere junge Menschen inspirieren. Unsere Form der Globalisierung ist konkurrenzlos, so Wörner, und genau darin liegt ihr größter Vorteil.

An der Entwicklung der "Global Exploration Strategy" sind aktuell folgende Raumfahrtagenturen und -einrichtungen beteiligt: ASI (Italien), BNSC (Großbritannien), CNES (Frankreich), CNSA (China), CSA (Canada), CSIRO (Australien), DLR (Deutschland), ESA (European Space Agency), ISRO (Indien), JAXA (Japan), KARI (Korea), NASA (Vereinigte Staaten von Amerika), NSAU (Ukraine), Roscosmos (Russland).

Das Treffen der 14 Partner zur Fortentwicklung der GES findet in Spineto/Italien statt.

Quelle

DLR - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.
Das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.) ist die deutsche Raumfahrtagentur. Es wurde 1969 durch den Zusammenschluss mehrerer Einrichtungen gegründet.

Webseite: http://www.dlr.de

Programm Aurora
Das Programm Aurora (künstlerische Darstellung) ist Teil der europäischen Raumfahrtstrategie.
© ESA - AOES Medialab

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