Logo

Neuer Startversuch für Europas ersten polaren Wettersatelliten

Geschrieben am 14.09.2006 in Kategorie: Sonstige Missionen

MetOp-A, der erste einer neuen Reihe operationeller europäischer Wettersatelliten, soll nun am 19.10.2006 starten.

MetOp-A, der erste einer neuen Reihe operationeller europäischer Wettersatelliten zur Überwachung der Erdatmosphäre aus einer polaren Umlaufbahn, soll nun am 19. Oktober 2006 von Baikonur in Kasachstan aus gestartet. Er wird die bereits höchst erfolgreichen europäischen Meteosat-Satelliten, die in geostationärer Umlaufbahn kreisen, ergänzen und sich in ein integriertes System mit den USA zur Bereitstellung besserer Wetter- und Klimainformationen einfügen.

Die MetOp-Satellitenreihe ist ein Gemeinschaftsprogramm der ESA und der Europäischen Organisation für die Nutzung von meteorologischen Satelliten (EUMETSAT), die den Betrieb der Satelliten übernehmen wird, sobald diese in der Umlaufbahn sind. Diese neuen Satelliten werden das Weltraumsegment des polaren EUMETSAT-Systems (EPS) zur eingehenden Untersuchung der Atmosphäre bilden. Sie werden die Erde auf einer polaren Umlaufbahn in 817 km Höhe umkreisen, dabei Daten in hoher Auflösung sammeln und so die vom Meteosat-System aus dem geostationären Orbit durchgeführte hemisphärische Untersuchung der Atmosphäre ergänzen.

Die neuen europäischen Satelliten, die in Partnerschaft mit dem polaren Wettersatellitensystem der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) betrieben werden, sollen Daten zur Überwachung des Klimas unseres Planeten und zur Verbesserung von Wettervorhersagen liefern. Während die NOAA-Satelliten die "Nachmittagsschicht" fliegen werden (d. h. sie überqueren den Äquator nachmittags Ortszeit), sollen Europas MetOp-Satelliten den "Vormittagsdienst" übernehmen.

Entwickelt und gebaut wurden die neuen Späher von einem Industriekonsortium unter der Leitung von EADS Astrium im französischen Toulouse. Die drei in Auftrag gegebenen Flugmodelle, die alle so gut wie fertig sind, sollen nacheinander gestartet werden, um einen kontinuierlichen Datenstrom bis etwa 2020 zu gewährleisten. Jeder der Satelliten ist 6,5 m hoch und wiegt beim Start rund 4 t. MetOp-A, der erste der Reihe, führt elf Instrumente mit, von denen viele einander in hohem Maße ergänzen.

Der erste MetOp-Satellit durchläuft gegenwärtig in Baikonur, Kasachstan, die letzten Vorbereitungen auf seinen Start mit einem russischen Sojus-ST-Fregat-Träger des Betreibers Starsem, der am 19. Oktober 2006 um 18:28 Uhr MESZ (16:28 Uhr GMT) stattfinden soll.

Startverschiebungen

Eigentlich war der neue Startversuch für den 7. Oktober 2006 angesetzt, ein mechanisches Problem in Baikonur verursachte dann die Verschiebung um 10 Tage.

Am 17. Oktober wurde dann 1 Minute und 10 Sekunden vor dem Abheben eine Anomalie im Bodenkontrollsystem festgestellt. Der Start wurde daraufhin abgebrochen und um einen Tag verschoben.

Am 18. Oktober wurde aufgrund schlechter Wetterbedingungen der Start um einen weiteren Tag verschoben.

Quelle

ESA - Europäische Raumfahrtorganisation
Die ESA (European Space Agency) ist die europäische Raumfahrtorganisation.Sie bündelt Finanzmittel und Know-How der 21 Mitgliedsstaaten, um Projekte umzusetzen, die für einzelne Staaten nicht realisierbar wären.

Webseite: http://www.esa.de

Wettersatellit MetOp-A
Künstlerische Sicht auf das Wettersatelliten MetOp-A, der sich in einen weltweiten Verbund von Satelliten einfügen soll.
© ESA - AOES Medialab
IASI-Instrument auf MetOp-A
Künstlerische Sicht auf das IASI-Instrument. An Bord von MetOp-A soll es genauere Wettervorhersagen ermöglichen.
© ESA - AOES Medialab