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Europas Minister machen die ESA fit für eine vereinte Raumfahrt in Europa im Zeitalter der Raumfahrt 4.0

Geschrieben am 03.12.2016 in Kategorie: Sonstige Meldungen

Heute ging eine zweitägige Ministerratstagung der ESA im schweizerischen Luzern zu Ende, auf der die für Raumfahrt zuständigen Minister der 22 ESA-Mitgliedstaaten und Sloweniens sowie Kanadas Mittel in Höhe von 10,3 Mrd. € für Weltraumtätigkeiten und ‑programme auf der Grundlage des Konzepts einer vereinten Raumfahrt in Europa im Zeitalter der Raumfahrt 4.0 bewilligt habe.

Die hohen Beitragszusagen zeigen einmal mehr, dass die Mitgliedstaaten der ESA die Raumfahrt als strategische und lohnende Investition von außergewöhnlich hohem sozioökonomischem Wert betrachten.

Sie heben ferner die Rolle der ESA als die Weltraumorganisation Europas hervor, die in der Lage ist, durch Tätigkeiten in sämtlichen Bereichen der Raumfahrt – Wissenschaft, bemannte Raumfahrt, Exploration, Trägerraketen, Telekommunikation, Navigation, Erdbeobachtung, Anwendungen (mit einer Kombination aus Weltraum-, Luftfahrt- und terrestrischen Technologien), Betrieb und Technologie – die Investitionen der Mitgliedstaaten gezielt für wirksame Maßnahmen zur Befriedigung regionaler, nationaler und europäischer Bedürfnisse einzusetzen und durch die Zusammenführung aller Anspruchsgruppen auf die Bedürfnisse und Herausforderungen Europas und der Mitgliedstaaten zu reagieren.

Die Minister haben ihr Vertrauen in die Fähigkeit der ESA bekräftigt, den Wandel im europäischen Raumfahrtsektor und innerhalb der ESA selbst zu entwerfen, zu gestalten und zu organisieren und gleichzeitig als globaler Akteur und Vermittler im Zentrum der internationalen Zusammenarbeit in der Raumfahrt in Bereichen von der weit entfernten Exploration, etwa mit dem Konzept einer Mondsiedlung, bis zu der uns räumlich näheren Unterstützung der weltweiten Klimaforschung im Anschluss an die Pariser Übereinkunft von 2015 aufzutreten.

Auf dieser Tagung haben die für Raumfahrt zuständigen Minister der Vision des Generaldirektors für Europa in der Raumfahrt und die Rolle und weitere Entwicklung der ESA ihren Rückhalt gegeben. Damit kann das Zeitalter der Raumfahrt 4.0i mit dem Bekenntnis der ESA zu Information, Innovation, Interaktion und Inspiration beginnen und das auf Kommerzialisierung, Beteiligung, Digitalisierung, Arbeitsplätzen und Wachstum aufbauende Konzept der „vereinten Raumfahrt in Europa“ in Kürze Wirklichkeit werden.

Es wurden folgende Entschließungen angenommen:

  • Entschließung über den Weg zur Raumfahrt 4.0 für eine vereinte Raumfahrt in Europa;
  • Entschließung über das Mittelvolumen der obligatorischen Tätigkeiten der Organisation im Zeitraum 2017–2021;
  • Entschließung über das CSG im Zeitraum 2017–2021;
  • Entschließung über die Perspektiven und das weitere Vorgehen für die Programme der Organisation.

Darüber hinaus hat der Rat auf Delegiertenebene auf seiner Tagung am 30. November 2016 eine Entschließung über die Einführung der „Grand Challenge“-Wettbewerbe der ESA angenommen.

Die Entschließungen können auf der ESA-Website eingesehen werden.

Die von den Ministern im Hinblick auf die Erreichung der künftigen Ziele der ESA bewilligten Mittel können wie folgt zusammengefasst werden:

Größtmögliche Einbindung der Raumfahrt in die europäische Gesellschaft und Wirtschaft

Betrag: 2,5 Mrd. €

Förderung eines weltweit wettbewerbsfähigen europäischen Raumfahrtsektors

Betrag: 1,4 Mrd. €

Gewährleistung der Eigenständigkeit Europas hinsichtlich des Zugangs zum Weltraum und seiner Nutzung in einer sicheren und geschützten Umgebung

Betrag: 1,8 Mrd. €

Grundlage: Spitzenkompetenzen in Weltraumwissenschaft und Technologie

Betrag: 4,6 Mrd. €

Diese Beträge können auch auf herkömmlichere Weise den Programmbereichen zugeordnet werden:

Programmbereiche

Ministerratstagung 2016 insgesamt

(M€, WB 2016)

 

Erdbeobachtung 1 370 (bis 2025)
Telekommunikation 1 280 (bis 2024)
Navigation 69 (bis 2021)
Exploration 1 452 (bis 2021)
PRODEX (unterstützt
das Wissenschaftliche Programm)
172 (bis 2021)
Raumfahrzeugträger 1 611 (bis 2023)
Weltraumsicherheit 95 (bis 2022)
Technologie 445 (bis 2022)
Wissenschaft, Forschung
und Entwicklung – obliga­torische Tätigkeiten der ESA
3 813 (bis 2021)
Gesamt 10,3 Mrd. €

Die obigen Beträge umfassen zusätzliche Beiträge der Mitgliedstaaten zu bereits laufenden fakultativen Programmen, die nicht auf dieser Ministerratstagung zur Zeichnung unterbreitet wurden.

Nächste Ratstagung auf Ministerebene

Die Minister haben beschlossen, die nächste Ratstagung auf Ministerebene Ende 2019 unter dem Vorsitz des spanischen Ministers für Wirtschaft, Industrie und Wettbewerbsfähigkeit, Luis de Guindos, in Spanien abzuhalten.

Quelle

ESA - Europäische Raumfahrtorganisation
Die ESA (European Space Agency) ist die europäische Raumfahrtorganisation.Sie bündelt Finanzmittel und Know-How der 21 Mitgliedsstaaten, um Projekte umzusetzen, die für einzelne Staaten nicht realisierbar wären.

Webseite: http://www.esa.de

ESA-Ministerratskonferenz in Luzern
Brigitte Zypries (Mitte), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Koordinatorin für die Luft- und Raumfahrt, leitete die deutsche Delegation bei der ESA-Ministerratskonferenz in Luzern. Leiterin der Deutschen Delegation auf Delegationsebene war die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund (links).
© DLR (CC-BY 3.0)
ESA Ratstagung auf Ministerebene
Die für Raumfahrt zuständigen Minister bzw. Staatssekretäre der 22 ESA-Mitgliedsstaaten sowie Kanadas und Sloweniens trafen sich am 1. und 2. Dezember 2016 in Luzern, um die Weichen für die europäischen Raumfahrtprojekte der nächsten Jahre zu stellen. Für Deutschland führte Brigitte Zypries, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Koordinatorin der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt (6. von rechts) die Verhandlungen.
© ESA – Stephane Corvaja

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