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ESA-Astronaut De Winne fliegt 2009 für sechs Monate zur ISS

Geschrieben am 16.02.2008 in Kategorie: Missionen der bemannten Raumfahrt

Der belgische ESA-Astronaut Frank De Winne soll im Mai 2009 mit einer internationalen Besatzung starten.

Nach dem gelungenen Start der Columbus-Mission werden nun die nächsten Fluggelegenheiten zur ISS zugeteilt. Der belgische ESA-Astronaut Frank De Winne wird an der "Expedition 19" teilnehmen und sechs Monate auf der Raumstation verbringen. Im Mai 2009 soll er gemeinsam mit dem russischen Kosmonauten Juri Lontchakow und dem Astronauten der kanadischen Raumfahrtagentur Robert Thirsk an Bord einer russischen Sojus-Kapsel zur ISS starten.

Damit steigt die ständige Bordmannschaft der ISS zum ersten Mal auf sechs Mitglieder an. Frank De Winne und seine beiden Kollegen schließen sich auf der Raumstation dem russischen Kommandanten der "Expedition 19", Gennadi Padalka, und den beiden NASA-Astronauten Michael Barratt und Nicole Stott an. Bis dahin wird auch das japanische Labor Kibo an der ISS angedockt haben.

Frank De Winne war bereits bei der jetzigen Columbus-Mission als Ersatz für den französischen ESA-Astronauten Léopold Eyharts vorgesehen. Wie Eyharts wurde auch De Winne für den US-Raumtransporter, die ISS, Columbus und das ATV ausgebildet. Er ist mit diesen Raumfahrzeugen also bereits bestens vertraut. Im Jahr 2002 hatte er im Rahmen der ESA-Mission Odissea zudem bereits zwölf Tage im Weltraum und auf der ISS verbracht. Am 30. Oktober 2002 hatte er mit der neuen russischen Sojus TMA-1 vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan abgehoben. Bei dieser Mission hatte Frank De Winne ein umfangreiches Programm absolviert, das wissenschaftliche Experimente ebenso einschloss wie Technologiedemonstrationen und Bildungstätigkeiten.

Der Ersatzastronaut für Frank De Winne bei dieser zweiten europäischen Langzeitmission zur ISS im Mai 2009 ist der niederländische ESA-Astronaut André Kuipers. Auch Kuipers hat schon ISS-Erfahrung. Er war im April 2004 an Bord einer russischen Sojus TMA-4 im Rahmen der 12-tägigen Mission Delta zur Raumstation geflogen. Wie De Winne hatte auch er eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Experimenten, Technologiedemonstrationen und Bildungstätigkeiten durchgeführt.

Ist das europäische Forschungslabor Columbus erst einmal an der ISS angedockt, wird die ESA nicht nur ein wichtiger Partner bei Einsatz und Nutzung der Raumstation sein, sondern auch über einen Anteil von 8,3 % der Ressourcen der ISS verfügen. Der entsprechende Anteil an Astronautenzeit gestattet es der ESA, jedes zweite Jahr einen europäischen Astronauten zu einem sechsmonatigen Aufenthalt zur ISS zu schicken. De Winnes Flug zur ISS beruht auf dieser Übereinkunft zwischen den ISS-Partnern. Frank de Winne wird während seines Aufenthalts auf der ISS eine Reihe von Experimenten im Bereich der Wissenschaft, der Technologie und der Bildung durchführen sowie verschiedenste betriebliche Aufgaben an allen internationalen Bauelementen der Raumstation wahrnehmen.

Quelle

ESA - Europäische Raumfahrtorganisation
Die ESA (European Space Agency) ist die europäische Raumfahrtorganisation.Sie bündelt Finanzmittel und Know-How der 21 Mitgliedsstaaten, um Projekte umzusetzen, die für einzelne Staaten nicht realisierbar wären.

Webseite: http://www.esa.de

Frank de Winne
Portraitfoto von Frank de Winne
© ESA-STAR CITY

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