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DOSIS - Neues Experiment zur Strahlenbelastung auf der ISS

Geschrieben am 27.08.2009 in Kategorie: Missionen der bemannten Raumfahrt

Beschreibung der Messeinrichtungen für die Strahlenbelastung, die mit der Mission STS-127 auf der ISS installiert wurden.

Die Strahlenbelastung im All ist um ein Vielfaches höher als auf der Erde. Zur Erforschung der Risiken dieser Strahlungsbelastung wurde die Internationale Raumstation ISS im Rahmen der STS-127-Mission mit speziellen Messinstrumenten ausgestattet, die von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurden. Bereits einen Monat nach der Installation stehen nun die ersten Messdaten zur Auswertung zur Verfügung.

Seit Mai 2009 ist die ISS soweit ausgebaut, dass sie eine ständige Besatzung von sechs Astronauten aufnehmen kann. Die Astronauten sind an Bord der Raumstation auf längere Zeit den Auswirkungen der kosmischen Strahlung ausgesetzt. Die Strahlungsdosen sind rund 100 Mal höher als auf der Erde. Die Bestimmung der individuellen Strahlendosis, der die Astronauten ausgesetzt sind, ist daher zum Schutz der Gesundheit der Astronauten notwendig.

DOSIS: Messung der Strahlendosis auf der ISS

Das von der Abteilung Strahlenbiologie des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin entwickelte Experiment DOSIS (Dose Distribution Inside the ISS) soll dazu beitragen, die Strahlungsumgebung innerhalb des europäischen Weltraumlabors Columbus, die Teil der ISS ist, genau zu bestimmen.

Am Donnerstag den 16. Juli 2009, um 0:03 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit startete das DOSIS-Experiment mit dem Space Shuttle Endeavour (STS-127) von Cape Canaveral (Florida) zur ISS. Am 18. Juli 2009 installierte der europäische Astronaut Frank de Winne die Detektoren des DOSIS-Experiments im Columbus-Modul.

Das DOSIS-Experiment setzt sich aus einem passiven und einem aktiven Detektorteil zusammen. Die passiven Detektoren - Passive Detector Packages (PDP) - wurden an zehn Positionen innerhalb von Columbus angebracht, um ein vollständiges Bild über die Verteilung der Strahlenbelastung innerhalb des Weltraumlabors zu liefern.

Der aktive Teil des Experiments besteht aus zwei Siliziumdetektorteleskopen (DOSTEL's - Dosimetric telescope), die an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gemeinsam mit dem DLR entwickelten wurden. Die Messdaten werden in monatlichen Intervallen zum Microgravity User Support Center (MUSC) des DLR in Köln übertragen. Da im Rahmen des DOSTEL on EuTEF-(European Technology Exposure Facility)-Projektes schon ein weiteres DOSTEL auf dem EuTEF Experimentträger von Columbus installiert wurde, ist es nun erstmals möglich, mit baugleichen Strahlungsmessgeräten das Strahlenfeld sowohl außerhalb als auch innerhalb eines Moduls der Raumstation gleichzeitig zu bestimmen.

Mit dem DOSIS-Experiment wird es über lange Sicht möglich sein, die Variation des Strahlenfeldes innerhalb des europäischen Columbus-Moduls zu messen und so zu einer Interkalibrierung mit den Messinstrumenten der Partner NASA, JAXA und ROSKOSMOS beizutragen. Zusammen mit den Daten der Messungen in anderen Teilen der Raumstation kann so eine Beschreibung des Strahlenfeldes in der gesamten ISS erstellt werden.

Quelle

DLR - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.
Das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.) ist die deutsche Raumfahrtagentur. Es wurde 1969 durch den Zusammenschluss mehrerer Einrichtungen gegründet.

Webseite: http://www.dlr.de

Frank de Winne an Bord der ISS
ESA-Astronaut Frank de Winne während der Mission OasISS an Bord der Internationalen Raumstation ISS.
© ESA
Eines der zehn in Columbus verteilten Passive Detector Packages (PDP)
Das DOSIS-Experiment des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin an Bord der ISS setzt sich aus einem passiven und einem aktiven Detektorteil zusammen.
© ESA
Das Kontrollzentrum für Weltraumexperimente MUSC
Die Messdaten des DOSIS-Experiments werden in monatlichen Intervallen zum Microgravity User Support Center (MUSC) des DLR in Köln übertragen.
© DLR

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