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Vertrag über die orbitale Validierung des Galileo-Systems

Geschrieben am 17.01.2006 in Kategorie: Galileo (Navigationssystem)

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die Galileo Industries GmbH werden am 19. Januar einen Vertrag unterzeichnen, der den Weg für die Errichtung von des Navigationssystems Galileo freimacht.

Mit dem erfolgreichen Start des Satelliten GIOVE-A am 28. Dezember 2005, dem Empfang des ersten Galileo-Signals am 12. Januar 2006 und der nun anstehenden Unterzeichnung des Vertrags über die Entwicklung und orbitale Validierung der ersten vier Satelliten der Galileo-Konstellation schreitet Europas Satellitennavigationssystem gut voran.

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die Galileo Industries GmbH, die ein Konsortium aus über hundert europäischen Firmen leitet, werden am Donnerstag, den 19. Januar einen Vertrag im Wert von 950 Millionen Euro unterzeichnen, der den Weg für die Errichtung von Galileo freimacht. Die Unterzeichnungszeremonie findet im Verkehrsministerium in Berlin in Anwesenheit des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, des ESA-Generaldirektors, Jean-Jacques Dordain, sowie weiteren hochrangigen Vertretern der an diesem Projekt beteiligten Industrieunternehmen (EADS, Alcatel, Finmeccanica, Thales, GSS und Galileo Industries) statt.

Mit diesem Vertrag wird ein großes europäisches Projekt Realität: Eine erste Mini-Konstellation mit vier Satelliten und ein über die ganze Erde verteiltes Netz von Bodenstationen bilden eine solide Grundlage, auf deren Basis der Konzessionsinhaber anschließend das Galileo-System zur vollen Einsatzfähigkeit bringen wird, erklärte ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain. Die vier Satelliten entsprechen dem erforderlichen Minimum zur Gewährleistung der Genauigkeit der Ortungs- und Zeitsignale an den ausgewählten Testeinrichtungen.

Günter Stamerjohanns, Geschäftsführer von Galileo Industries, fügte hinzu, dass mit der Unterzeichnung dieses Vertrags eine entscheidende Etappe auf dem Weg zur Verwirklichung dieses einzigartigen europäischen Technologieprogramms gemeistert wird.

Nach dem am 21. Dezember 2004 unterzeichneten vorläufigen Auftrag über 150 Millionen Euro wird also nun der Gesamtvertrag für die orbitale Validierung mit den im Rahmen des Programms GalileoSat verfügbaren Finanzmitteln der ESA und der Europäischen Union vergeben. Die Startverträge werden im Laufe des Jahres 2006 ausgehandelt.

Die Phase der orbitalen Validierung hat bereits mit dem am 28. Dezember 2005 erfolgten Start des ersten Galileo-Satelliten, GIOVE-A, an Bord eines Sojus-Trägers vom Kosmodrom Baikonur aus begonnen. Um den Erfolg dieser Schlüsseletappe zu gewährleisten, wurden bei der europäischen Industrie zwei Satelliten in Auftrag gegeben.

Mit Galileo, einer Gemeinschaftsinitiative der ESA und der Europäischen Union, entsteht das erste zivile Satellitennavigationssystem der Welt. Da es sich nicht um ein militärisches System handelt, sind Verfügbarkeit und Kontinuität der Dienste gewährleistet.

Das Galileo-Programm läuft in drei Phasen ab:

  • Definition;

  • Entwicklung und orbitale Validierung;

  • vollständige Errichtung und Betrieb.

Die Phase der vollständigen Errichtung findet im Anschluss an die orbitale Validierung statt und schließt die Fertigung und den Start der 26 übrigen Satelliten sowie den Aufbau des aus einem weltweiten Netz an Stationen und Dienstzentren bestehenden Bodensegments ein.

Quelle

ESA - Europäische Raumfahrtorganisation
Die ESA (European Space Agency) ist die europäische Raumfahrtorganisation.Sie bündelt Finanzmittel und Know-How der 21 Mitgliedsstaaten, um Projekte umzusetzen, die für einzelne Staaten nicht realisierbar wären.

Webseite: http://www.esa.de

GIOVE-A beim Entfalten der Solarsegel
Küstlerische Sicht auf GIOVE-A beim Entfalten der Solarsegel im Orbit
© ESA - P. Carril
Satellit GSTB-V2/A im Orbit
Diese Zeichnung eines Künstlers zeigt den Satelliten GSTB-V2/B im Orbit. Die Antennen sind auf den Betrachter gerichtet.
© ESA

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